die Fabel vom Frosch und dem Skorpion

Ein Skorpion trifft an einem Ufer auf einen Frosch und fragt:

“Kannst Du mich bitte auf Deinem Rücken über den Fluss tragen? Ich kann – wie Du sicher weißt – nicht schwimmen.”

Der Frosch hat zunächst noch Angst vor dem giftigen Skorpion und antwortet:

“Nein, das werde ich nicht tun. Ich befürchte, dass Du mich mitten auf dem Fluss mit Deinem giftigen Stachel stichst und wir anschließend beide ertrinken.”

Der Skorpion erwidert:

“Aber, lieber Frosch, das wäre doch nicht vernünftig. Wir würden beide ertrinken, wenn ich Dich auf dem Fluss stechen würde.”

Die Antwort überzeugt den Frosch. Als der Frosch mit dem Skorpion auf dem Rücken in der Mitte des Flusses angekommen ist, sticht der Skorpion plötzlich und überraschend den Frosch in den Rücken. Im Sterben fragt der Frosch noch den Skorpion:

“Warum hast Du das getan? Du wirst auch ertrinken!”

Und der Skorpion antwortet:

“Lieber Frosch, ich bin ein Skorpion. Es ist mein Charakter, der mich dazu antrieb, Dich zu stechen. Das hat nichts mit Vernunft zu tun.”

Ich bin überzeugt davon, dass es für manche Menschen viel einfacher ist, sich im Leben wohlwollend zu verhalten und gut zu sein, soweit es bei diesen Menschen charakterlich festgelegt ist, mehr gut als böse zu sein. Für andere Menschen, die überwiegend von der dunklen Seite beherrscht werden, ist es natürlich eine größere Anstrengung, sich gegen den eigenen (bösen) Charakter aufzulehnen, um die eigene Schattenseiten ins rechte Licht zu rücken.

Alle Menschen, die sich ihre eigene Zerrissenheit bewusst gemacht haben und danach streben, die Sonnenseiten auszuleben, haben großen Respekt verdient!

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