egoistische Erwachsene

Erwachsene können manchmal sehr egoistisch und rücksichtslos sein. Insbesondere auf einem Feld, wo man es nicht unbedingt erwarten würde: nämlich bei der Erziehung der eigenen Kinder. Da wird dann aus purem Eigennutz gerne mal über Leichen gegangen. Über die Leichen der Kinderseelen.

Solche Erwachsenen verkennen, dass Kinder seit nunmehr über 10 Jahren ein im Bürgerlichen Gesetzbuch verbrieftes Recht auf gewaltfreie Erziehung haben: § 1631 Abs. 2 BGB. Damit ist gemeint, dass insbesondere körperliche Bestrafungen, seelische Verletzungen und andere entwürdigende Maßnahmen unzulässig sind.

Der Gesetzgeber meinte, etwas klarstellen und regeln zu müssen, was doch eigentlich ohnehin selbstverständlich sein sollte, sofern man als Erwachsener noch nicht völlig verblödet, altersbedingt senil und/oder krank im Kopf ist, sondern noch einen Hauch von gesundem Menschenverstand und Einfühlungsvermögen besitzt.

Gerade bei der älteren Generation jenseits der 70, selbst noch aufgewachsen unter dem inzwischen als äußerst schädlich (an)erkannten Einfluss der Schwarzen Pädagogik (hierzu empfehle ich die Bücher von Alice Miller), scheint sich diese Weisheit oftmals noch nicht herumgesprochen zu haben. Zum Leidwesen der betroffenen Kinder.

Um es deutlich zu sagen:
Mir geht es hier in erster Linie um das Recht von Kindern auf psychische Gesundheit. Sind Kinder Psychoterror durch Erwachsene ausgesetzt, so gilt es, sofort ein deutliches STOPP zu signalisieren. Dieser Psychoterror, der die zarten Kinderseelen auf Dauer nachhaltig schädigt, beginnt schon bei so genannten “Kleinigkeiten”:

  • dem Kind durchgehend zu vermitteln, es sei nichts wert
  • dem Kind gegenüber immer wieder Versprechungen zu machen, die nicht gehalten werden
  • Menschen, die das Kind mag, dem Kind gegenüber permanent verbal herabzuwürdigen
  • dem Kind andauernd seine eigene(n) Wahrnehmung(en) abzusprechen
  • das Kind prinzipiell dazu zu zwingen, Dinge zu tun, die es partout nicht mag (hierbei denke ich z.B. an Essen oder Sportarten)

Oder allgemein gesagt: die Bedürfnisse des Kindes grundsätzlich zu übergehen und durch die eigenen zu ersetzen. Schließlich ist es ja “nur” ein Kind. Denn als Erwachsener oder Elternteil weiß man ja sowieso, was das Beste für das Kind ist. Also kann man ja auch mit ihm machen, was man will. Uh, uh, uh, ich könnte schon wieder kiloweise kotzen!

Aber irgendwann rächt sich so eine Behandlung. Beispielsweise jetzt.

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